Welche Rassen eignen sich zur Rettungshundearbeit?  

Eigentlich eignen sich zur Rettungshundearbeit fast alle Rassen. Die Zeiten, in der fast nur Deutsche Schäferhunde  zu Rettungshunden ausgebildet wurden, sind vorbei. So habe ich schon Dackel-Terriermischlinge, Irish Wheaten Terrier, Kromfohrländer, Pudel, Boxer , Dalmatiner, Magyar Viszlar u.a. als Rettungshunde arbeiten sehen.

Einige Hunderassen sind jedoch bei Rettungshundeführern besonders beliebt und daher häufig in der Rettungshundearbeit zu finden. Dazu gehören fast alle Retriever-Arten (Golden Retriever, Labrador Retriever, Flat-Coated Retriever, Nova Scotia Duck Tolling Retriever), Belgische und Holländische Schäferhunde, Australian Shepherds und Border Collies.

Voraussetzung für eine Ausbildung zum Rettungshund ist, dass der Hund gesund ist, dass er sich gut mit Futter oder Spielzeug motivieren lässt, dass er sich gegenüber Menschen freundlich und gegenüber Artgenossen neutral verhält.  

Im sog. Rettungshunde-Eignungstest wird abgeprüft, ob ein Hund als Rettungshund geeignet ist.

 

Welche Sparten gibt es?  

Grundsätzlich kann man in verschiedenen Sparten Rettungshundearbeit betreiben. Zu diesen gehört Flächensuche, Trümmersuche, Mantrailing, Wassersuche und Lawinensuche.

Lola wird in der Flächen- und Trümmersuche trainiert.  

Bei der Flächensuche werden vermisste Personen in unwegsamen Gelände oder großen Waldflächen gesucht. Dabei durchstöbern die Flächenhunde ein Gebiet auf menschliche Witterung hin. Hat der Hund die Person gefunden (diese kann liegen, sitzen, stehen, kriechen), zeigt er an und signalisiert dadurch seinem Hundeführer, dass er gefunden hat. 

Der Flächenhund kann auf drei verschieden Arten anzeigen: Beim Verbellen bellt der Hund so lange bei der gefundenen Person, bis sein Hundeführer bei ihm ist. Diese Anzeigeart ist in Deutschland am häufigsten zu finden.

Bellt ein Hund nicht oder nur ungern, gibt es andere Anzeigemöglichkeiten: beim Bringseln nimmt der Hund an der gefundenen Person ein so genanntes Bringsel ins Maul (meist eine Kordel, die am Halsband befestigt ist). Mit dem Bringsel im Maul läuft der Hund dann zu seinem Hundeführer zurück und führt diesen zu der Person. Beim Freiverweisen, der dritten Anzeigemöglichkeit, nimmt der Hund kein Bringsel auf, sondern führt seinen Hundeführer durch Pendeln zwischen der Person und dem Hundeführer zu der vermissten Person. 

Die Suche nach verwirrten älteren Menschen, nach suizidgefährdeten Personen bzw. nach weggelaufenen Kindern sind typische Flächensuch-Einsätze.

 

Bei der Trümmersuche werden in Trümmern verschüttete Personen gesucht. Zu derartigen Einsätzen kommt es z.B. nach Gebäudeeinstürzen oder Erdbeben. Die Trümmersuche ist für das Rettungshundeteam sehr anspruchsvoll, da der Hund Personen orten muss, die unter meterdicken Trümmerschichten begraben sein können. Dabei soll er sich so nah wie möglich an die Witterungsquelle heranarbeiten und darf nicht vor engen Spalten oder Röhren und unangenehmen Untergrund zurückschrecken. Auf den Trümmern ist ausschließlich die Anzeige durch Verbellen erlaubt, da ein Zurücklaufen des Hundes zum Hundeführer auf den Trümmern zu gefährlich wäre.

(Photo: D. Schuster)

 

Was wird noch trainiert?

Neben der Suche werden in der Rettungshundearbeit noch weitere Disziplinen trainiert. Dazu gehören die Unterordnung, Geräteübungen und das Detachieren (d.h. Lenken des Hundes auf die Distanz).

 Lola auf der Leiter

Außerdem muss sich der Hundeführer breites Wissen in Erster Hilfe Mensch, Erster Hilfe Hund, Funken, Kynologie, Trümmerkunde, Einsatztaktik und Karte-Kompass aneignen.