20. Internationale Einsatzübung für Rettungshundeteams in Ljubljana 2018

Bild könnte enthalten: 1 Person, lächelnd, im Freien

 

„Schweres Erdbeben in Ljubljana am Morgen des 18.05.2018. Die Folgen sind verheerend - mehr als 30.000 Gebäude sind zerstört, 50.000 Menschen haben kein Dach mehr über dem Kopf und es wird von mehr als 2.300 Toten ausgegangen. Slowenien hat internationale Hilfe angefordert“. Dies war das Szenario einer Einsatzübung nach INSARAG Richtlinien (www.insarag.org), die am Pfingstwochenende vom slowenischen Rettungshundeverband (DVRPS) und der Stadt Ljubljana organisiert wurde.

Neben Teams aus Slowenien, Kroatien, Italien, Serbien und  Österreich startete ein Team des ASB als einziges deutsches Team. Das Team setzte sich aus mir mit Hündin BeeBee, Richard Amann mit Hündin Mali (beide ASB Rettungshundestaffel Ingolstadt) und Danilo Valenti mit Rüde Google (ASB Rettungshundestaffel Schweinfurt) zusammen. Als Beobachter war Thomas Angerer vom ASB RV München/Oberbayern bei der Übung dabei. Ich war Teamleaderin. Nachfolgend ein kleiner Bericht:

Wir trafen uns am Freitag morgens um 08:00 in München, um den MTW und den Hundehänger zu beladen und fuhren gutgelaunt und etwas aufgeregt in Richtung Slowenien, wo wir am frühen Abend ankamen. Nach Ankunft im Camp bauten wir mit einer schwarzen Gewitterfront als Motivation ;-) schnell die Zelte auf und richteten unser Camp ein. Danach ging es zum Medizincheck der Hunde und dem Aggressionstest (offene Anzeige einer sitzenden mit Schutzkleidung ausgestatten Person). Nachdem der Beginn der Übung offen gelassen wurde und wir damit rechneten, am nächsten Morgen ab 05:00 geweckt zu werden, krochen wir recht früh in unsere Schlafsäcke. Das frühe Wecken blieb uns zwar erspart, aber die Anspannung trieb uns recht früh aus den Zelten. Ab 08:00 starteten die ersten Teams zu ihren ersten Suchen, für uns begann die Übung um 09:10. Zunächst wurden wir von einem Fahrzeug der Feuerwehr Ljubljana in die Innenstadt gefahren, wo als erstes die Abseilübung auf uns wartete. Innerhalb von 30 min mussten die Hundeführer, die Hunde und das Einsatzgepäck über den Fluss geseilt werden. Dabei sollte das Team möglichst selbständig arbeiten. Wir schafften es und waren alle nach 28 Minuten auf der anderen Seite. Ohne Pause ging es dann zu Fuß weiter zur nächsten Station in einem stark frequentierten Park in der Altstadt, wo wir vor den Augen zahlreicher interessierter Zuschauer einen Geräteparcours absolvieren mussten. Hier sollte gezeigt werden, dass die Hundeführer ihre Hunde auch auf weite Entfernung lenken und leiten können. Von einer Linie, die nicht überschritten werden durfte, mussten die Hundeführer ihre Hunde auf einen ca. 30 m entfernen Palettenstapel schicken und von dort über eine recht schmale Leiter. Dies war für die Hunde ein echter Balanceakt, der Mut erforderte. Hündin Mali schaffte es, den Parcours vollständig zu begehen – Respekt! Danach sollten die die Hunde noch weiter zu einer für die Hunde nicht auf Anhieb sichtbaren Anzeigenbox geschickt werden, die sich etwa 50 m hinter dem Geräteparcours befand. Jeder Hund hatte für die gesamte Übung ca. 6 Minuten Zeit. Für BeeBee stellte die quer zur Laufrichtung stehende Leiter ein echtes Hindernis dar und die Zuschauer an der Absperrung irritierten sie, weshalb es mir in der Kürze der Zeit nicht gelang, sie zur Anzeigenbox weiter voraus zu schicken. Wir wissen, woran wir in nächster Zeit arbeiten müssen J

Im Anschluss an den Geräteparcours ging es wieder zurück zum Flussufer, wo wir mit einem Boot abgeholt und durch Ljubljana gefahren wurden. Nachdem wir wieder an Land waren, wurden wir mit einem Fahrzeug abgeholt und zurück ins Camp gebracht. Es blieb gerade einmal genug Zeit, die Wasserflaschen wieder aufzufüllen und einen Happen zu essen, bevor wir zur ersten Gebäudesuche ausrücken mussten. In einem holzverarbeitenden Betrieb mussten innerhalb von 20 min (inkl. Lagebefragung!) zwei Hallen und die unmittelbaren Außenbereiche abgesucht werden. Google konnte in seinem Suchgebiet zwei Personen aufspüren und wir rückten zufrieden ins Camp ab. Bereits nach einer halben Stunde ging es dann weiter zur nächsten Gebäudesuche, in ein altes Eisenbahnmuseum. Hier waren in nur 20 Minuten 4 Stockwerke eines ca. 60 m langen Gebäudes abzusuchen. Das Gebäude durfte vom Hundeführer nicht betreten werden. Nun bestand die Herausforderung darin, den Hund durch den einzigen Zugang auf die andere Seite der Halle zum Treppenaufgang zu schicken. Eine echt anspruchsvolle Aufgabe für das gesamte Team! Im Erdgeschoss konnte Mali eine vermisste Person finden. Weitere Personen konnten nicht gefunden werden.  

Wieder ging es zurück ins Camp, wo wir eine kurze Ruhepause hatten, bevor wir erneut abgeholt und in ein Dorf außerhalb der Stadt gebracht wurden. Hier wartete ein kurzer aber steiler Orientierungsmarsch auf uns, hinauf zu einer kleinen, idyllisch auf einem Hügel gelegenen Kirche. Da wir recht flott unterwegs waren, hatten wir oben Zeit, uns vom schweißtreibenden Aufstieg zu erholen und die schöne Aussicht zu genießen, bevor es zu unserer ersten Flächensuche ging. Mittlerweile war es früher Abend geworden, und der Wind zog talwärts, was die Suchbedingungen erschwerte.  Innerhalb von 20 min war eine Wegesuche über einen Kilometer Länge zu absolvieren, wobei die Hundeführer auf dem Weg bleiben mussten und rechts- bzw. links des Weges einen Suchstreifen von 50 m abdecken mussten. Ich entschied mich, BeeBee links des Weges und Google rechts des Weges suchen zu lassen und das Team Richard/Mali als „Backup“ hinterherlaufen zu lassen, falls einer der Hunde konditionelle Probleme bekäme,  bzw. um die ein oder andere Stelle nochmals zu überprüfen. Google konnte nach ca. 10 Minuten eine Person finden, weitere Personen wurden nicht gefunden. Der Bewerter verriet uns im Anschluss aber, dass keine weiteren Personen versteckt waren. Zufrieden und ein wenig erschöpft rückten wir ab, zurück ins Camp. Bereits 30 min später wurden wir erneut weitergeschickt, zu einer Suche in einem Recyclinghof, wo wir unsere Hunde in einen kaum einsehbaren Bereich schicken mussten, in dem Möbelstücke, Kühlschränke und Autoreifen gelagert wurden. BeeBee konnte innerhalb weniger Minuten 2 Personen finden. Nun bestand die Aufgabe darin, die Anzeigen durch die anderen Hunde bestätigen zu lassen. Auch hier durfte das Suchgebiet nicht betreten werden. Google bestätigte eine der beiden Anzeigen, Mali bestätigte beide Anzeigen. Die Übung konnte somit mit zwei bestätigten Anzeigen erfolgreich abgeschlossen werden. Das Lob der Bewerter gab uns Auftrieb und Motivation für die noch ausstehenden Übungen.

Wieder ging es ins Camp, wo wir Zeit hatten, die Hunde zu füttern und uns eine Dose Ravioli aufzuwärmen. Seit Beginn der Übung waren 12 Stunden vergangen und die 45 min Pause tat uns gut. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wurden wir dann erneut in ein Dorf außerhalb von Ljubljana gefahren, wo wir einen weiteren Orientierungsmarsch absolvieren mussten – natürlich wieder bergauf ;-) Oben angekommen blieb kurz Zeit, etwas zu trinken, bevor wir erneut zur Wegesuche starten mussten. Wieder musste der Weg auf 1 km Länge und 100 m Breite innerhalb von 20 min abgesucht werden. Der Bewuchs war sehr dicht, der Wind drehte ständig und es gelang uns leider nicht, eine Person zu finden. Kaum waren wir am Ende der abzusuchenden Wegstrecke angelangt, mussten wir erneut suchen. Diesmal durften wir den Weg verlassen und sollten eine Parzellensuche durchführen. Das Suchgebiet lag am Hang und war ca. 100.000 groß.  Auch hier stand der Wind ungünstig und zog bergab – weg von uns… Wir hatten zu dritt 20 min Zeit. Ich entschied mich, Danilo mit Google am Weg entlang eine Art Grobsuche durchführen zu lassen. Richard mit Mali teilte ich für eine Fläche von ca. 30.000 m² im hinteren Bereich des Gebietes ein und mit BeeBee suchte ich den vorderen Bereich ab.  Der Wind zog stark in Richtung Tal und wir mussten daher zunächst mit dem Wind suchen, bevor wir am äußeren Rand des Gebietes angelangt waren und der Wind günstig stand. Die Fläche war sehr anspruchsvoll: Sie war von großen Felsbrocken durchzogen, außerdem befanden sich darin viele umgestürzte Bäume, die ein Vorankommen extrem erschwerten. Nach ca. 15 Minuten teilte uns Richard über Funk mit, dass Mali eine Person gefunden habe. Kurze Zeit später ertönte die Sirene und die Suchzeit war abgelaufen. Während ich mich durch den Wald zurück zum Weg kämpfte, waren Richard und Danilo gefragt, die an einem Dummy noch ihre HLW-Kenntnisse unter Beweis stellen mussten. Mittlerweile war es Mitternacht und wir wurden erschöpft zum Camp zurückgebracht. Dort empfing uns schon der Camp-Manager und teilte uns mit, dass die Übung war für uns zu Ende  sei. Zufrieden und erschöpft krochen wir in unsere Schlafsäcke und schliefen traumlos bis zum nächsten Morgen.

Die Einsatzübung in Slowenien war für uns ein großer Erfolg: wir konnten uns aufeinander als Team verlassen, haben uns sehr gut ergänzt und die Hunde haben bis zum Schluss motiviert gearbeitet. Eine tolle, lehrreiche Erfahrung! Für mich war die Aufgabe des Teamleaders fordernd und mitunter anstrengend. Einen Hund zu führen und gleichzeitig das Team anzuleiten ist schon eine Herausforderung. Aber ich habe mich ihr gerne gestellt!

Wir möchten uns beim Organisator DVRPS und der Stadt Ljubljana für die sehr gute Organisation des Events bedanken und bei den anderen Teams für das faire Miteinander! Wir freuen uns auf das nächste Mal! J

 


 

 

Flächenprüfung März 2010

Verweistest

              Tragen    

Unterordnung

                                                                                                                                                        Lola bei der Suche (es war schon dämmrig)

(Alle Photos vom 13.03.2010: Simone Brümmer)

 

Flächensuchtage im Spessart, vom 26.-30.08.2009

Juhu, endlich wieder 4 Tage am Stück arbeiten!

 

Teilnehmer

 


 Trainingswochenende vom 29.05.-01.06.2009 Tritolwerk (Wien)

Gerne sind wir der Einladung des Samariterbundes Österreich gefolgt und so verbrachten 14 Hundeführer von der Rettungshundestaffel und 12 Hundeführer aus dem Raum Wien ein sehr intensives Trümmerwochenende im Tritolwerk. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht - DANKE!

Hier ein paar Impressionen:

        (Photos: D. Schuster) 

(Photo: Lang v. Langen)

(Photo: Lang v. Langen)

 

Vorführung auf der Messe "Jagen und Fischen" in München am 05.04.2009

(Quelle: Jagen und Fischen)

 Weitere Aktivitäten, die jedoch schon etwas länger zurückliegen:

Juli/August 2008: Trainingswoche im Saarland, ausgerichtet von der DRK-Rettungshundestaffel des Kreisverbandes Homburg-Saar. Eingeladen war meine ehemalige Staffel des DRK Ostvorpommern, wir durften auch kommen, sogar in Begleitung einer Staffelkollegin des ASB ;-). Schwerpunkt war auch hier die Flächensuche, es wurde aber auch Gerätearbeit, Orientierung und Trümmer trainiert.

 

Januar 2008: Schneesuchtage im Allgäu, organisiert von der DRK-Rettungshundestaffel das Kreisverbandes Homburg-Saar. Leider musste aufgrund von Schneemangel umdisponiert werden und es wurden doch Flächensuchtage... Dafür war das Wetter gigantisch 


August 2007: Trainingswoche in Mespelbrunn; ausgerichtet von der BRK-Rettungshundestaffel Main-Spessart. Hauptaugenmerk lag auf der Flächensuche.